Gesperrte Häfen, blockierte Kanäle, monatelange Lieferzeiten: Die Störungen der vergangenen Jahre haben gezeigt, wie anfällig globale Lieferketten sind. Viele Unternehmen verlagern deshalb Teile ihrer Beschaffung oder Produktion in die Nähe – nach Osteuropa, Nordafrika oder in die Türkei.
Was Nearshoring bedeutet
Beim Nearshoring werden Lieferanten oder Produktionsstandorte in geografisch nähere Länder verlagert. Die Transportwege werden kürzer, Zeitzonen und Rechtsräume ähnlicher. Das erleichtert Abstimmung, Qualitätskontrolle und kurzfristige Anpassungen.
Die Kosten im Blick
Die Lohnkosten in Europa sind meist höher als in Asien. Dem stehen geringere Transportkosten, kleinere Lagerbestände und ein niedrigeres Ausfallrisiko gegenüber. Eine ehrliche Rechnung betrachtet deshalb die Gesamtkosten über die gesamte Lieferkette – nicht nur den Stückpreis.
Schrittweise vorgehen
Kaum ein Unternehmen verlagert alles auf einmal. Sinnvoll ist es, mit kritischen Teilen zu beginnen, bei denen ein Ausfall die Produktion stoppen würde. Parallel kann der bisherige Lieferant als zweite Quelle erhalten bleiben.
Fazit
Nearshoring ist kein Allheilmittel, aber ein wirksames Mittel gegen Abhängigkeiten. Wer seine Lieferkette kennt und Risiken bewertet, kann gezielt entscheiden, wo Nähe wichtiger ist als der niedrigste Preis.
