Unternehmen

Lieferketten neu gedacht: Nearshoring statt Fernost

Warum Unternehmen Produktion näher an Europa holen – und welche Kosten und Vorteile das mit sich bringt.

23.10.2026

1 Min. Lesezeit

Große Lagerhalle mit Hochregalen und Paletten

Gesperrte Häfen, blockierte Kanäle, monatelange Lieferzeiten: Die Störungen der vergangenen Jahre haben gezeigt, wie anfällig globale Lieferketten sind. Viele Unternehmen verlagern deshalb Teile ihrer Beschaffung oder Produktion in die Nähe – nach Osteuropa, Nordafrika oder in die Türkei.

Was Nearshoring bedeutet

Beim Nearshoring werden Lieferanten oder Produktionsstandorte in geografisch nähere Länder verlagert. Die Transportwege werden kürzer, Zeitzonen und Rechtsräume ähnlicher. Das erleichtert Abstimmung, Qualitätskontrolle und kurzfristige Anpassungen.

Die Kosten im Blick

Die Lohnkosten in Europa sind meist höher als in Asien. Dem stehen geringere Transportkosten, kleinere Lagerbestände und ein niedrigeres Ausfallrisiko gegenüber. Eine ehrliche Rechnung betrachtet deshalb die Gesamtkosten über die gesamte Lieferkette – nicht nur den Stückpreis.

Schrittweise vorgehen

Kaum ein Unternehmen verlagert alles auf einmal. Sinnvoll ist es, mit kritischen Teilen zu beginnen, bei denen ein Ausfall die Produktion stoppen würde. Parallel kann der bisherige Lieferant als zweite Quelle erhalten bleiben.

Fazit

Nearshoring ist kein Allheilmittel, aber ein wirksames Mittel gegen Abhängigkeiten. Wer seine Lieferkette kennt und Risiken bewertet, kann gezielt entscheiden, wo Nähe wichtiger ist als der niedrigste Preis.